Und auf einmal ändert sich mein Leben- Diagnose Histaminintoleranz

Ihr Lieben,

ich hoffe ihr genießt das grandiose Wetter genau so sehr wie wir im Moment. Leider habe ich Anfang des Monats einen kleinen Dämpfer bekommen und ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Ich habe mich schließlich dazu entschieden es zu tun, denn schließlich ist nicht immer für jeden alles wunderbar und locker leicht- dies wird einem auf sämtlichen Social Media Kanälen allerdings täglich suggeriert. Ich habe lange überlegt und bin doch zu dem Schluss gekommen, dass es dem ein oder anderen da draußen vielleicht genauso geht wir mir und alleine um hier mein Wissen und meine Gedanken zu diesem Thema mit euch zu teilen, nehme ich jetzt mal meinen Mut zusammen und berichte von meinem kleinen Einbruch.

Was ist da los?

Seit Mitte März ging es bei mir gesundheitlich etwas auf und ab. Ständig plagten mich Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und ein kleiner Blähbauch. Bis es irgendwann so unerträglich wurde, dass ich zunächst einen Arzt aufgesucht habe. Es wurden sämtliche Tests gemacht und nichts wurde gefunden.

“Ihre Blutwerte sind einwandfrei. Es gibt nichts, was Ihnen Bedenken machen sollte. Tatsächlich?”

Nun ja.. es gab leider so Einiges, was mir Kopfschmerzen bereitete, aber erstmal habe ich mich mit dieser Aussage zufrieden gegeben. Vor vier Wochen dann aber wurde es so schlimm, dass ich fast nichts mehr essen konnte ohne massive Beschwerden danach. Es war sogar so schlimm, dass ich manchmal richtig kalten Schweiß und Herzrasen bekam. Ich hatte das große Glück, dass mir eine liebe Kollegin eine Heilpraktikerin empfohlen hat, die mich auch gleich aufnahm. Gott sei Dank! Die Heilpraktikerin nahm meine Beschwerden wirklich ernst und schickte unzählige Proben ins Labor. Vor einer Woche kam sie dann, die für mich alles verändernde Diagnose:

“Histaminintoleranz. Und das irgendwie ganz plötzlich und ohne Vorwarnung.”

Natürlich geschieht so etwas nicht wirklich über Nacht… Es bahnt sich langsam in uns an. Die heftigen Reaktionen auf das Essen waren für mich seit dieser Erkenntnis Gott sei Dank kein Mysterium mehr. Ich hatte eigentlich nie große Probleme mit dem Essen und habe alles ganz gut vertragen. Gut- ich esse kein Fleisch mehr seitdem ich ca. 12 bin aber ansonsten alles easy.

 

Und dann die Liste

Als ich dann diese endlos lange Liste an Zutaten bekommen habe, auf die ich von nun an auf einmal verzichten musste, habe ich erstmal geschluckt. Avocado, Tomaten, Ruccola, Thunfisch, Rotwein, Himbeeren, Weizen (Gluten), Oliven, Milchprodukte und und und… Da standen wirklich so einige meiner Lieblingslebensmittel auf dieser Liste. Als ich den Schock verdaut hatte, machte ich mich gleich auf den Weg in den Supermarkt, um mir all die Zutaten zu besorgen, die noch in Frage kamen. Vorallem frisch und unverarbeit mussten die Lebensmittel sein. Ich fing an mir jede Mahlzeit selbst zuzubereiten (ja selbst Mittags bei der Arbeit) und vermied es zunächst in Restaurants zu gehen. Nach nur einer Woche merkte ich bereits erhebliche Verbesserungen. Ein kleiner Trost. Laut meiner Heilpraktikerin muss ich diese Ernährung nun mindestens 3-4 Monate durchziehen und zwar sehr streng. Wahrscheinlich dauert es sogar noch länger, bis alle Beschwerden vollends verschwinden.

“Mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt, aber ich kann nicht abstreiten, dass es eine gewaltige Lebensumstellung mit sich bringt.”

Gast

Am unangenehmsten sind mir eigentlich Besuche im Restaurant oder bei Freunden. Es ist einfach nicht besonders komfortabel mit einer endlos langen Liste von Unverträglichkeiten um die Ecke zu kommen, das lässt sich einfach nicht leugnen. Mittlerweile schaue ich vor einem Restaurant Besuch einfach schon mal online auf die Speisekarte und checke, ob es Optionen für mich gibt. So kann man peinliche Diskussionen über Inhaltstoffe vor versammelter Mannschafft vermeiden. Wenn wir bei Freunden sind bringe ich einfach selber was mit und geb vorab schon mal Bescheid, was geht und was nicht.

Was kann ich tun?

Natürlich ist der Magen-Darm Trakt nicht innerhalb von 2 Wochen einfach zu heilen. Es braucht wahnsinnig viel Geduld und vorsichtiges ran tasten an Lebensmittel. Ich habe tatsächlich 2 Wochen lang nur Schonkost gegessen (nur gekochtes Gemüse, keine Rohkost, keine Milchprodukte, histaminarm und kein Gluten). Nach und nach habe ich dann einzeln Lebensmittel hinzugefügt von denen ich wusste, dass sie histaminarm sind.

“Ich habe mir ein Tagebuch erstellt und dort Lebensmittel aufgelistet unter “das geht” und “das geht nicht”.”

Das frustrierende für mich am Anfang war, dass es ein ständiges auf und ab war. Es gab tatsächlich Tage an denen ich einige Lebensmittel super vertragen habe und dann an anderen Tagen wieder nicht. Das liegt daran, dass der Histamingehalt sich in Lebensmitteln stark ändern kann, je nach Lagerung und Frische der Zutaten. Beispielsweise habe ich Lachs 3 Mal sehr gut vertragen und beim vierten Mal hatte ich unbeschreibliche Bauchkrämpfe, die drei Tage anhielten. Also erstmal kein Lachs mehr!  Zusätzlich braucht man natürlich dringend ärztlichen Rat oder den eines guten (!) Heilpraktikers. Denn es können in Verbindung mit der Histamintoleranz einige andere Unverträglichkeiten und Mangelerscheinungen auftauchen. Diese müsst ihr unbedingt abklären und sehen, ob ihr zusätzlich Kräuter/ Vitamine nehmen müsst…

Praktische Tipps

Eine gute Liste über histaminarme Lebensmittel findet ihr hier. Dies ist, zumindest für mich, bislang die hilfreichste Liste gewesen, die ich finden konnte und die immer wieder in Foren auftaucht.

Und ein super tolles Koch Buch ist dieses hier. Nathalie hatte ein ähnliches Erlebnis wie ich mit ihrer Histaminunverträglichkeit und hat ein tolles Kochbuch zum Thema geschrieben mit hilfreichen Infos zu dieser Unverträglichkeit.

Ich höre zur Zeit sehr gerne Podcasts zum Thema Gesundheit und Wohlfühlen und da kann ich euch zum Einen “In good health” von Dr. Janna Schaffenberg und “Happy, holy confident” (hier geht es nicht nur um Gesundheitsthemen) von Laura Malina Seiler empfehlen. Beide Podcasts findet ihr auf Spotify. Die beiden haben oft sehr spannende Gastredner, wie z.B. Ärzte, die sich eher ganzheitlicher Medizin gewidmet haben oder eben Experten auf bestimmten Themenbereichen. Wenn euch das interessiert, könnt ihr ja einfach mal reinhören.

Sport. Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut weiter viel Sport und vor allem Yoga zu machen, denn das schafft für euren Körper eine gute Grundlage sich wieder zu erholen. Natürlich solltet ihr nur das tun, was euch gut tut. Es gibt sogar bestimmte Yoga Übungen, die speziell den Magen/Darm Bereich .

Wen wundert es, aber Stress ist natürlich ein ganz entscheidender Faktor wenn es um den Magen/ Darm Bereich geht. Man kommt an diesem Faktor einfach nicht vorbei und es ist ganz wichtig, dass ihr euch bewusst Ruhepausen einlegt und euch entspannt. Leichter gesagt als getan im stressigen Berufs- oder Unialltag? Das stimmt schon, aber mir hilft es zum Beispiel schon ein bisschen früher aufzustehen und den morgen mit ein paar Entspannten Ritualien zu beginnen. Ich kann euch hierzu gerne mehr erzählen, wenn es euch interessiert. 

Vielleicht hört sich das etwas merkwürdig an, aber ich höre Abends ganz gerne Spa Entspannungsmusik und lese um etwas vom Alltag runter zu kommen. Mit Durftkerze und Tee entspannt das ungemein auch jetzt im Sommer. Eine schöne Playlist ist “Spa Music” auf Spotify. Ich fühle mich dann zuhause ganz schnell wie in der Wellness und das in meinen eigenen vier Wänden. Natürlich wird euch die Entspannungsmusik nicht heilen, aber mir geht es vor allem darum mir eine ganz entspannte Atmosphäre zum Wohlfühlen zu bereiten. 

Vielleicht habt ihr schon mal etwas Ähnliches erlebt, oder kennt jemanden, dem es genau so geht wie mir? Vielleicht habt ihr auch ähnliche Symptome und wisst nicht, was es sein könnte? Würde mich wirklich wahnsinnig über euer Feedback freuen! Vielleicht wollt ihr auch Tipps, wie ich mittlerweile meinen Alltag meistere? Sagt mir einfach mal Bescheid… 

Image result for happy healthy food

 

Eure Sarah

 

P.S: Ganz wichtig! Ich bin keine Ärztin und möchte kurz nochmal darauf hinweisen, dass ich keine ärztlichen Diagnosen oder Tipps geben kann. Ich kann euch lediglich Tipps aus meinem Alltag mitgeben und euch berichten, was bei mir persönlich gut funktioniert. Jeder Mensch und jeder Körper ist anders und im Endeffekt muss jeder das finden, was ihm am besten hilft.

Folge:
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.