Fasten- jetzt wird’s ernst…

Ihr Hübschen,

der Herbst kommt immer näher und körperlich und seelisch stellen wir uns schon auf gemütliche Nachmittage mit Tee und Herbst Spaziergänge mit kuscheligem Schal und Mütze ein. Diese Übergangszeit eignet sich perfekt, den Körper auf diese Umstellung vorzubereiten. Deshalb habe ich mich für ein kleines körperliches und seelisches Retreat entschieden.

Heilfasten

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, dieses “Experiment” einmal für mich zu starten, aber jetzt war einfach der perfekte Zeitpunkt. Eines kurz vorweg ich bin keine Ärztin oder Expertin, ich erzähle nur aus meinen Erfahrungswerten und wie ihr wisst reagiert jeder Körper anders auf die äußeren Umstände. Aber ich möchte durch meine Erfahrungswerte lediglich ein paar von euch dazu inspirieren, das Experiment auch zu starten (vielleicht habt ihr euch ja selber mal mit dem Gedanken beschäftigt).

Ganz wichtig ist es allerdings vor dem Start mit eurem Arzt, bzw. eurer Heilpraktikerin über das Thema zu sprechen. Fasten sollte nicht so ganz auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn es im Prinzip fast jeder durchführen kann. Aber wie gesagt, fragt einfach mal einen Experten und lasst euch beraten!  

Was ist Fasten?

Wer kennt es nicht von früher, wenn Mama tagelang nur Gemüsesuppe gelöffelt hat oder anderen Verwandten, die halbjährlich eine Fastenwoche eingeschoben haben? Andere Generation? Vielleicht, aber seit kurzer Zeit kommt das Fasten wieder voll in Trend. Fasten ist seit jeher eine wissenschaftlich erwiesene Methode den Körper von Balast und alten Schlacken zu befreien. Fasten bedeutet also auf keinen Fall nur ‘Gewichtsverlust’ (in gewisser Weise schon, da man etwas Wasser verliert), sondern vor allem Heilung von innen heraus. Wir tragen so viel Ballast mit uns rum, da wir tagtäglich so viel schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind: verarbeitete Produkte, Pestizide, Chemikalien von Putzmittel etc. und so vielem mehr.

Das alles nehmen wir über die Ernährung, Haut und Luft auf, was sich dann wiederum in unseren Organen niederlässt, da unser Körper nicht immer die Möglichkeit hat diese Dinge wieder auszuscheiden. Vermutlich ist die Komplexität dieser schädlichen Substanzen und Einflüsse (Obst und Gemüse, Fleisch etc.) in unserer Zeit sogar noch deutlich gestiegen. Gefühlt hat jeder zweite in meinem Bekanntenkreis mittlerweile eine Unverträglichkeit oder eine Allergie…

Aus diesem Grund sorgt man mit Hilfe einer Fastenkur dafür, dass der Körper nicht überaus belastet wird. Was bedeutet: Suppe und Tee, kein Stress und ganz viel Entspannung. So ermöglicht man dem Körper sich auf den Abbau und Ausscheidung dieser bedrohlichen Stoffe zu konzentrieren. Zudem kann man die Zeit hervorragend für sich nutzen und sich einfach mal ein wenig Auszeit gönnen.

Buchinger Fasten

Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten eine Fastenzeit durchzuführen. Ich habe mich auf Empfehlung einer guten Freundin, die ganz begeistert davon war, für diese Art des Fastens entschieden. 

Das Buchinger Fasten über einen Zeitraum von einer Woche, sah bei mir wie folgt aus:

Sonntag der Entlastungstage, d.h.

  • weder Fett, noch Salz oder Zucker (auch keine anderen Süßstoffe)
  • hauptsächlich Obst und Gemüse, sowie Kartoffeln, Reis oder anderes Getreide
  • ganz viel Tee, 2,5 – 3 Liter Wasser und evtl. noch Saft – bzw. Gemüseschorlen.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Fastentage, d.h.

  • morgens Tee zum Frühstück
  • mittags Gemüsebrühe ohne Salz
  • abends Gemüsebrühe (Normalerweise Gemüse- oder Obstsaft (ich habe Suppen aber besser vertragen))
  • 2,5 – 3 Liter Wasser und ganz viel Tee

Samstag und Sonntag Aufbautage, d.h.

  • zum sogenannten “Fastenbrechen” ein Apfel
  • leichte Kost wie Gemüse Suppen dazu eine Reiswaffel
  • Lupinen Joghurt mit Leinsamen (da ich keine Kuhmilchprodukte esse)
  • auch hier viel trinken

Am ersten Fastentag habe ich Flohsamenschalen benutzt, da dieses das Wasser im Körper binden. Zudem habe ich auf Glaubersalz verzichtet und mich für eine mildere Variante mit 2 Glas Sauerkraut Saft am Morgen und einen Sennes Blätter Tee am Abend entschieden. Außerdem habe ich jeden Tag eine frische Kokosnuss getrunken und bilde mir ein, dass sie mein insgeheimes Fastengeheimnis war (auch wenn das reine Einbildung sein mag mir hat es geholfen- alleine der Geschmack war eine Wohltat).

Meine persönlichen Wohlfühltipps

  • Morgens eine große Tasse Ingwer-Zitronentee
  • Morgens eine kleine Runde Laufen oder Spazieren gehen/ Alternativ eine kleine Runde Yoga 
  • Danach eine kleine 15 min Meditation
  • Mittags schön entspannen nach dem Essen
  • Ein gutes Hörbuch hören/ oder einen guten Podcast
  • Abends ein entspanntes Bad nehmen (am besten Basenbad)
  • Tolle ätherische Öle in eine Duftlampe geben
  • Stricken! Das entspannt wahnsinnig und lenkt ab….
  • Ein tolles Buch lesen
  • Sich nachmittags eine frische Kokosnuss gönnen (gibts im Asia Laden, tatsächlich habe ich meine bei Lidl gefunden)
  • Sich jeden Tag eine andere Gemüsebrühe gönnen (variieren ist ganz gut für den Kopf)

Einführungstag

Ich persönlich habe nur einen richtigen Einführungstag durchgeführt. Man muss aber dazu sagen, dass ich davor schon vier Monaten auf Gluten, Milchprodukte, Histamin und Fleisch verzichtet habe…Dadurch war mein Magen sicherlich schon ganz gut vorbereitet. Nichts desto trotz sollte man in den Tagen vor dem Fasten schon mit einigen Essensgewohnheiten zurückfahren. Dazu gehören definitiv Alkohol, Kaffe, Zucker und Zigaretten. Wenn euch der ganz genaue Ablauf interessiert, kann ich euch dieses Buch empfehlen.

Der Aufbautag war nicht weiter schlimm und ich habe an diesem Tag Morgens mit Müsli und viel Obst und eine zwei Scheiben glutenfreiem Brot mit Ei gestartet und Mittags nochmal viel Obst und Abends habe ich dann eine Minestrone gegessen.

Mein Fastentagebuch

1.Fastentag

Heute habe ich gemütlich ausgeschlafen, den Tag mit einem kleinen Spaziergang gestartet und dann meine Tasse Kräutertee zu mir genommen. Anschließend habe ich (das erste Mal) meditiert und etwas leichtes Yoga gemacht. Soweit so gut. Ich habe den ganzen Tag über übermäßig viel getrunken, um ja kein Hungergefühl aufkommen zu lassen und das hat auch ehrlich gesagt auch funktioniert als gedacht. Viel viel trinken gegen den Hunger kann durchaus empfehlen. Mittags gab es dann eine selbstgemachte Gemüsebrühe (nicht so mein Fall) und danach eine Runde ausruhen auf der Couch mit Leberwickel. Abends habe ich erneut eine Gemüsebrühe und ein kleines Glas verdünnten Gemüse/ Obstsaft getrunken. Danach bin ich relativ früh ins Bettchen gekuschelt und habe es mir mit Duftkerze, Entspannungsmusik und Buch gemütlich gemacht. 

2.Fastentag

Heute habe ich nicht ganz so lange geschlafen, denn allmählich wurde ich ein bisschen nervös, da es jetzt ernster wurde. Ein Tag ohne Essen ging gut, aber heute stand auch der sagenumwobene Einlauf an. Morgens habe ich, wie am ersten Tag, nochmal ein Glas Sauerkrautsaft und 5 Schlücke Pflaumensaft getrunken (das fördert die Darmentleerung). Anschließend habe ich wieder Yoga gemacht und 15 min meditiert. Bisher keinerlei Beschwerden! Mittags gab es dann wieder die selbstgemachte Gemüsebrühe dieses Mal in einer etwas anderen Variante mit Haferschleim, welchen der Magen gut verträgt. Anschließend ging es wieder eine Runde ausruhen auf der Couch mit Leberwickel Strickzeug und Hörbuch. Abends habe ich erneut eine Gemüsebrühe und ein kleines Glas verdünnten Gemüse/ Obstsaft getrunken. 

3.Fastentag

Ich konnte gestern Abend erst später einschlafen, da ich mir sämtliche Fastenportale durchgelesen habe, dass ich auch ja keine Fehler mache beim Ablauf. Aber alles bestens. Ich bin erstaunlicher Weise mit ziemlich viel Energie erwacht und mein “Horror” vor dem gefürchteten dritten Tag war schnell verflogen. Morgens startete ich wieder mit einer kleinen Menge Pflaumensaft und Kräutertee. Danach ging ich erst mal eine Runde ins Fitnessstudio und war 1h auf dem Crosstrainer und auf dem Fahrrad und anschließend 20 min schwimmen. Ohne Probleme. Anschließend bin ich sogar 15 min in die Sauna gegangen. Mittags nach dem Sport gab es dann wieder die selbstgemachte Gemüsebrühe dieses Mal in einer etwas rote Beete und Fenchel aufgekocht. Anschließend die übliche Runde auf der Couch mit Leberwickel Strickzeug und Hörbuch. Abends habe ich erneut eine Gemüsebrühe und ein kleines Glas verdünnten Gemüse/ Obstsaft getrunken. 

4.Fastentag

Endspurt. Das sogenannte “Fastenhigh” blieb bei mir leider aus, aber ich fühlte mich relativ Energie geladen und fit. Am morgen war ich wieder 1h walken und habe anschließend etwas Yoga gemacht und den Morgen mit einer kleinen Meditation gestartet. Danach hatte ich eher das Bedürfnis mich ein wenig auszuruhen und ich habe mich mit meinem Strickzeug auf die Couch gemümmelt. Von Hunger eigentlich keine Spur! Mittags gab es dann wie üblich die selbstgemachte Gemüsebrühe. Abends habe ich erneut eine Gemüsebrühe und ein kleines Glas verdünnten Gemüse/ Obstsaft getrunken. Alles in allem ein recht unspektakulärer Tag. Bisher hatte ich keinerlei Beschwerden weder Kälteempfinden, noch Kopfschmerzen noch Hunger und dennoch war ich nicht 100% zufrieden. Ich hatte mir etwas mehr von meinem vierten, dem angeblich bestem, Tag erwartet. Aber auch hier reagiert jeder Körper wohl anders.

5.Fastentag

Der letzte Tag! Auch hier keine Spur vom “Fastenhoch”. Heute war ich sogar etwas antriebslos und hatte eher das Bedürfnis etwas abzuhängen, was aber durchaus auch mit dem draußen stattfindendem Regenerguss zu Schulden sein könnte  Der erste Tag ohne Sport aber dafür ein Wenig Muskelkater. Hatte es an Tag 3 vielleicht etwas übertrieben. Zum Muskelaufbau ist Fasten ja bekanntlich nicht ideal. Naja… Immerhin hats am Nachmittag zu einem einstündigem Spaziergang gereicht. Mittags gab es dann wie üblich die selbstgemachte Gemüsebrühe. Abends habe ich erneut eine Gemüsebrühe und ein kleines Glas verdünnten Gemüse/ Obstsaft getrunken. Alles in allem nicht der beste Tag in der Woche, aber der letzte.  

Die Aufbautage

Hier muss man wohl am meisten Vorsicht walten lassen, denn diese Tage sind wohl mit die wichtigsten in der Fastenwoche. Daher unbedingt einen Plan erstellen und daran halten. Auch wenn es schwer fällt, denn nach dem “Fastenbrechen” werden die Magensäfte und somit auch das Hungergefühl wieder aktiviert. Also schön langsam an das Essen ran tasten.

Auf keinen Fall solltet ihr in den ersten 3-5 Tagen diese Dinge zu euch nehmen:

  • tierisches Fett/ Fleisch/ Fisch
  • zu viel Proteine, da diese schwer zu verdauen sind
  • zu viel Zucker oder Salz (hier verfällt man schnell in alte Gewohnheiten)

Beispiel Aufbautage

Aufbautage 1.Tag 2.Tag 3.Tag
morgens Morgentee Backpflaume, Weizenschrotsuppe, 2 Knäcke,
Kräuterquark, Mineralwasser
Backpflaume, Feige, Hafermüsli oder Getreide-Gemüse-Suppe, Quark, Knäcke
vormittags 1 reifer Apfel (evtl. gedünstet) kauen! Trinken! Trinken! (Malz-Kaffee)
mittags Kartoffel-Gemüsesuppe (mit Stückchen) Salat, Pellkartoffeln, gedünstetes Gemüse, Bioghurt, Sanddornsaft, Leinsamen Rote-Bete-Frischkost, Zucchini, Tomaten-Gemüse, Naturreis, Apfelquark
nachmittags 1 Apfel (evtl.anderes Obst) Trinken! Tee bzw. Apfelschorle trinken. Apfelschalentee
abends Suppe, Milchprodukte u. Leinsamen o. Kleie, 1 Scheibe Knäcke, Trinken! Weizenschrot und Backobst einweichen (getrennt) Möhrenrohkost, Getreide-Gemüse-Suppe, Milchprodukte und Leinsamen, Knäcke Sauerkrautsaft, 1Tl Butter, Knäckebrot, 50g Hüttenkäse

Quelle: https://www.fastenwandern-stockem.de/fastenbrechen-aufbautage-nach-dem-fasten.html

Ist das Fasten was für mich? 

Grundsätzlich schon. Ich beschäftige mich viel mit Ernährung und Gesundheit und daher bin ich um das Thema Fasten nicht drum herum gekommen. Zum Ende hin war ich ein klein wenig enttäuscht, da ich mir irgendwie noch mehr “Aha Effekt” erwartet hatte am vierten Tag. Das sogenannte “Fastenhigh” hatte ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe mich die ganze Zeit über ganz gut gefühlt, aber nicht so, als würde ich nie wieder feste Nahrung zu mir nehmen wollen (solche Aussagen habe ich öfter irgendwo gelesen)…. Dennoch bin ich wirklich froh es gemacht zu haben und werde es vermutlich auch noch einmal ausprobieren.

 

Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick in das Heilfasten (auf meine Weise) geben. Wenn du schon eine Erfahrung mit dem Fasten hast, dann lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Hab einen schöne Zeit,
Sarah

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