Diese beiden Schwestern machen die Welt ein kleines bisschen besser | Interview mit HIITU

Ihr Lieben,

einen ganz lieben Sonnengruß von meiner Terrasse, von der aus ich gerade diesen Beitrag verfasse… Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, liegt uns das Thema Nachhaltigkeit und „Fair Fashion“ sehr am Herzen und wir beschäftigen uns in letzter Zeit viel damit. Bei einem tollen Event in München, dem „Fair Fashion Talk“ von The Wearness, habe ich die beiden Schwestern Carlotta und Rosalie getroffen und war überwältigt von ihrer Energie und ihrem Vorhaben. Die beiden haben vor dreieinhalb Jahren ihr eigenes Label HIITU  gegründet, unter dem sie Schmuck, Kleider, Taschen und Accessoires verkaufen, welche von Handwerkern und Handwerkerinnen in Kenia, Marokko, Indien, Portugal und Österreich hergestellt werden. Super spannendes Konzept!

 

“Let‘s spread good vibes, people!”

HIITU’s Markenphilosophie gründet auf dieser einfachen, aber sehr zu Herzen genommenen Aufforderung. Die beiden Schwestern achten sehr auf die Verwendung von natürlichen, hochwertigen und verantwortungsbewusst bezogenen Materialien, sowie die klare Ausrichtung auf faire und respektvolle Kollaborationen mit den Produktionspartnern. Alle sollen an dieser tollen Einstellung teilhaben und etwas von den „Good Vibes“ in sich tragen, von den Produzenten hinzu der Kundin. Ein wunderschönes Konzept wie wir finden!

Bild: HIITU – Anne Freitag

1. Wir waren ganz begeistert, als wir eure wunderschönen Produkte neulich entdeckt haben und euch beiden kennen lernen durften. Wie kamt ihr damals auf die Idee HIITU zu gründen?

Rosalie: Ursprünglich hatte Carlotta HIITU schon während des Studiums als Schmucklabel gegründet. Sie hat eigenen Schmuck gemacht, wie auch eine kleine Kollektion in Indien produzieren lassen, es dann aber am Ende des Studiums auf Eis gelegt und einen festen Job angefangen.

Ich bin eigentlich gelernte Schuhmacherin und wollte unbedingt ein eigenes Schuhlabel gründen, wofür ich als Designerin bei einem deutschen Mainstream Label für Taschen und Schuhe erstmal noch ein bisschen mehr Erfahrung sammeln wollte.

Wir lebten in der Zeit zusammen in Berlin und beschlossen unsere Expertisen zu fusionieren und HIITU als Accessoires Label aufzubauen und zwar mit einer klaren Ausrichtung auf faire Produktionsweisen und die Verwendung natürlicher und nachhaltiger Rohstoffe. Anders wäre es für uns nicht in Frage gekommen.

2. Was bedeutet HIITU denn nun eigentlich?

Carlotta: HIITU bedeutet Feder in Caddo, der Sprache der Skidi Pawnee, einem indianischen Stamm aus Nebraska, von dem wir mütterlicherseits abstammen. Ich hab den Namen damals gewählt, weil ich am Anfang von HIITU vor allem viel Kopfschmuck gemacht hab und „Feder“ da sehr passend war als Hommage an unsere Wurzeln. In der indianischen Tradition formen Federn die Flügel mit denen wir von unseren irdischen Realitäten und deren Grenzen in die Höhen der Kreativität steigen. Diese Symbolik passt nach wie vor perfekt zu uns, denn mit HIITU wollen wir durch Kreativität Synergien zwischen den Menschen sowie zwischen Mensch und Natur schaffen.

3. Wow das ist ja eine spannende Geschichte…Liebe Rosalie und liebe Carlotta, ihr seid zwei ganz tolle Frauen mit einer gemeinsamen Vision. Wie würdet ihr diese kurz beschreiben?

Rosalie: Unsere Passion ist das Handwerk. Wir lieben es mit unsern Produktionspartnern gemeinsam einzigartige Kollektionen zu entwickeln, ihr handwerkliches Geschick mit unsern Design Ideen zu verknüpfen und tolle neue Dinge zu kreieren und über unsere Kanäle in die Welt hinauszutragen. Wir glauben an die energetische Verbundenheit von allem und jedem auf diesem Planeten. Mit HIITU wollen wir über den kreative Austausch- und Entwicklungsprozess mit unseren Produzenten eben diese Verbindung global stärken. “Let‘s spread good vibes, people!” – unsere Unternehmensphilosophie basiert auf dieser simplen Aussage. Sie zeigt sich zum einen im Enthusiasmus und in der Hingabe, mit der wir in den Designprozess jedes einzelnen

Produktes gehen.

Zum anderen wird sie deutlich in der klaren Ausrichtung auf respektvolle, persönliche und langlebige Kollaborationen mit unseren Produzenten, sowie auf die Verwendung von natürlichen, hochwertigen und verantwortungsbewusst bezogenen Materialien. Ziel ist es, diese positive Energie durch unsere Produkte an die Kunden weiterzutragen, auf dass diese ihrerseits weiter „Good Vibes“ verbreiten. 

4. Was denkt ihr – Wie kommen mehr Menschen weg von Mainstream Konsum und hin zu qualitativ besserer Slow Fashion

Carlotta: Es ist heutzutage tatsächlich recht einfach geworden sich cool und modisch ohne schlechtes Gewissen zu kleiden und zu stylen. Es gibt zahlreiche kleine und größere Labels da draußen, die auf Qualität und Nachhaltigkeit in der Produktion achten, transparent arbeiten und dabei dennoch erschwinglich sind. Folgt nachhaltigen Influencern, Magazinen und Plattformen auf Instagram und Facebook und informiert Euch.

Konsumiert weniger und wenn dann das Richtige. Und sprecht mit Euren Freunden darüber – der stete Tropfen höhlt den Stein. Das Bewusstsein für Slow Fashion steigt kontinuierlich, es ist einfach ein langsamer Prozess – indem wir drüber reden und aufklären beschleunigt er sich.

 

 

5. HIITU steht für Nachhaltigkeit und faire Produktion. Wie und wo werden eure Produkte hergestellt?

Carlotta: Wir produzieren mit einzelnen Handwerkern, kleinen Werkstätten und Fairtrade Manufakturen in Kenia, Marokko, Indien, Portugal und Österreich. Wir haben die ersten anderthalb Jahre in den jeweiligen Ländern zugebracht um unsere Produktionspartner auszuwählen und unsere Kollektionen zusammen zu entwicklen mit den besten natürlichen lokalen Materialien. Dabei haben wir eine persönliche Beziehung zu ihnen aufgebaut, die klar zur Besonderheit der Stücke beigetragen hat.

6. Habt ihr beide durch HIITU etwas dazu gelernt im Leben?

Rosalie: HIITU hat unser Leben komplett verändert. Die letzten Jahre waren sicherlich die schönsten, aufregendsten, lehrreichsten und anstrengendsten unseres Lebens. Wir arbeiten in einer Intensität zusammen, die es in sich hat und die mit keiner andern Person auf diese Weise möglich wäre. Wir kennen uns in und auswendig – wir lachen, wir streiten, wir kommen an unsere Grenzen und erfinden uns neu.

HIITU hat uns als Schwestern nochmal auf einer ganz andern Ebene zusammengeschweißt und uns als Individuen extrem wachsen lassen. Unser größtes Learning in der ganzen Sache ist Kommunikation – sich immer wieder zu finden und zu einigen. Jeder lebt in seiner Realität und jede Realität ist genauso wahr wie die eigene – das haben wir als Geschäftspartnerinnen bei HIITU und als Schwestern gelernt und das lässt sich auf jede Beziehung im Leben übertragen.

Bild: HIITU – Anne Freitag

7. Was war euer schönster Moment, seit dem es HIITU gibt?

Rosalie: Es gab unzählbar viele wunderschöne Momente!! Eines der beeindruckendsten Erlebnisse war aber sicherlich unsere erste Zusammenarbeit mit der Basecamp Maasai Brand. Das ist eine Non-Profit-Organisation der Basecamp Eco Lodge in der Maasai Mara, die Maasai Frauen aus der Umgebung unterstützt. 75% der Einnahmen gehen direkt zu den Frauen, und der Rest wird benutzt um neue Materialien zu kaufen.

Die Maasai Frauen benutzen dieses Geld um Essen und Kleider für ihre Kinder zu kaufen, Schulgelder zu bezahlen, und um gesundheitliche Kosten zu finanzieren. Die Organisation ist nicht nur wirtschaftlich wichtig für diese Frauen, sondern sie profitieren auch von der sozialen Struktur in der sie als eine Gruppe zusammenkommen, Ideen teilen und besprechen können.

Jemimah, die Koordinatorin vor Ort, ist die einzige die dort Englisch spricht. Das heißt es war größtenteils ein Austausch ohne Worte, rein durch Kreativität. Das war eine sehr ergreifende Erfahrung. Darüber hinaus haben wir durch diese Kollaboration ein paar Tage in der Maasai Mara verbringen dürfen, mit all den faszinierenden Tieren die dort ihr Zuhause finden – ein
unglaubliches Naturspektakel!

Carlotta lag am Ende von diesem Tag der Zusammenarbeit mit den Frauen neben mir in unsere Cabana und meinte nur erschlagen von den wundervollen Ereignissen:

 

„Das war der schönste Tag meines Lebens.“ 

8. Wunderschön! Ihr habt sicher einen stressigen Alltag… Habt ihr beide eine Routine, die euch hilft motiviert in den Tag zu starten, oder die euch das Leben und den Alltag erleichtert?

Carlotta: Ich bin ein Mensch der Routine, wenn ich die nicht habe verliere ich leider schnell meine Struktur und Balance. Am liebsten geh ich ganz früh ins Bett, wenn ich es schaffe vor 22 Uhr um dann früh aufzustehen und mit Ruhe den Tag zu starten. Ich mag es gar nicht schon in der Früh gestresst zu werden, haha, da werde ich ziemlich schlecht gelaunt. Manchmal geh ich gleich morgens zum Yoga oder wenn ich bei uns in Bayern bin, eine Runde auf den Berg.

Oder ich meditiere und starte eher gemütlich in meinen Tag. Ich liebe Musik und Tanzen und gehe wöchentlich auf Konzerte. Das öffnet mein Herz und ich bin tagelang ganz beflügelt…das tut meinem Alltag besonders gut! Ich lege generell viel Wert darauf, Inspiration aus vielen
Unterschiedlichen Bereichen zu sammeln.

Ich glaube das ist sehr wichtig wenn man ein Unternehmen gründet, gerade im kreativen Bereich. Es tut immer gut einen Schritt zurück zu nehmen, sich mal ein paar Stunden mit etwas anderen beschäftigen, wie z.B. in eine Ausstellung zu gehen, und danach mit frischen Input weiter machen.

Man verliert sich oft so in seinen endlosen To-Do-Listen, so dass man den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht, keine frischen Ideen mehr hat und etwas “austrocknet”. Das kann man mit wöchentlichen kleinen Inspirations-Pausen gut ausgleichen :).

Rosalie: Carlotta ist sehr diszipliniert mit ihren Routinen, um sich regelmässig Auszeiten zu schaffen. Auch ich hab langsam gemerkt, wie wichtig es ist, dass ich zwischendurch Pausen mache. Ich tanze wahnsinnig gerne und meditiere, um runterzukommen und mache in diese Richtung auch immer wieder Workshops. Außerdem mache ich von unserm ländlichen Firmensitz in Aschau im Chiemgau Nutzen und gehe wandern oder spazieren, um frische Luft zu schnappen.

9. Was sind eure nächsten großen Projekte mit HIITU?

Carlotta: Wir sind jetzt im vierten Jahr mit HIITU und ziehen grad unsere Learnings aus der vergangenen Zeit und re-strukturieren einige Dinge. Auf jeden Fall werden wir an einer neuen Schmuck Kollektion arbeiten, das wird mit Sicherheit das Highlight des Jahres. Wir freuen uns schon drauf Euch zu präsentieren, was wir uns diesmal gemeinsam mit unsern Handwerkern ausdenken!

10. Spannend! Was ganz anderes zum Schluss. Habt ihr für graue Tage einen tollen Buchtipp? 

Rosalie: Ich habe kürzlich die „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde gelesen – ein toller Roman zum Thema

Klimawandel. Hat mich sehr beeindruckt.

Carlotta: Ich lese gerade “Zeit, der Stoff aus dem das Leben ist” von Stefan Klein. Ein Freund hat es mit empfohlen, da ich mich die Bedeutung von Zeit gerade sehr interessiert. 

Vielen Dank ihr beiden für das tolle Interview! Gibt es etwas was ihr unseren tollen Lesern noch mitgeben oder sagen wollt?

Durchatmen und loslassen! 🙂

 

African jewelry: pearl ring handmade in Kenya

Bild: HIITU – Anne Freitag

 
Noch kurz zum Schluss: Ich bin ein großer Fan von den beiden Mädels und habe bereits zwei wunderschöne Ringe  with von HIITU . Richtig toll gefallen uns aber auch die Ledertaschen und die Brillenbänder :). 

Euch allen ein wundervolles Wochenende. Für uns gehts das letzte Mal Skifahren- Jippieh!

Liebste Grüße

Eure Sarah 

 

PS: Anbei findet ihr den Kontakt zu HIITU. Schaut doch mal auf dem Shop vorbei, oder schreibt den Mädels eine Nachricht, wenn euch etwas interessiert, oder wenn ihr Fragen habt.

 

HIITU – Online Shop für nachhaltigen Schmuck und Mode Accessoires

www.hiitu.com 

E-Mail: hi@hiitu.com

 

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